Glas

„Rabuhnia, Rabuhnia, … meine Blumia. … Komm her! Rabuhnia. … Rabuhnia, Rabuhnia, … komm her, zu mir, sonst fresse ich die Galerie der Flaschen, die uns zu Füßen liegen und schmelze sie zu einer großen Glaskugel ein.“, rief die Glassammlerin laut klirrend aus und wand sich hin zu Rabuhnia. Mit ihren staksigen Metallfingern griff sie nach Rabuhnias Umhang, der aus einem schwarzen Federkleid bestand, und zupfte ihr eine der Federn aus, um sich diese in den eigenen Schopf aus Metallspänen zu stecken.
Rabuhnia jedoch bewegte sich keinen Millimeter von der Stelle. Ihr Federmantel raschelte, weil sie sich mit der linken Hand übers behaarte Kinn fuhr. Dabei schaute sie hinab auf die
Flaschen, samt ihrem Inhalt. Mit leiser Stimme sprach sie, „Oh ja, fein. Eine Glaskugel, das wäre schön. Dann könnte ich uns die Zukunft weissagen.“
Glas schlug aufs Pflaster, als ein Straßenmensch vorbeiwankte. Er roch nach Schnaps, und seine Kleidung war schmuddelig. Mit seinem unrasierten Gesicht durchblickte er die Gegend und brummelte etwas davon, dass er der König der Fischer sei, bevor er sich müde zu Füßen von Rabuhnia und der Glassammlerin niederließ. Hier war es wenigstens warm, dachte er sich und schlief ein …

© Rose Kane, Le., 03/2018