Danach

„Da, wo eine Tür zu geht, öffnet sich irgendwann eine Neue.“, murmelte er leise vor sich hin und zog beim Hinausgehen das alte Eichentor kräftig ins Schloss.

Das war nicht nur ein Orkan im Wasserglas gewesen.

Jetzt jedenfalls würde er erst einmal seine, von ihrem Sturm entwurzelten, Gedankenbäume wieder aufrichten und diese bis zur Gesundung hegen und pflegen.

Sie hatte ihm nicht zugehört.
Seine Worte waren von ihrer Oberfläche abgeperlt, wie Wassertropfen von einer fettigen Bratpfanne, und in kleinen Bächen zum Dielenboden hinabgeronnen.

Dort hatten sie sich in salzigen Lachen versammelt, um als unerbittliche Lauge am Fundament des Seins zu nagen …

Nun aber atmete er durch und spürte das Kopfsteinpflaster unter seinen Boots.
Der Himmel spie gerade Blutorange aus, und sein Azurblau verwusch sich ganz allmählich darin, ähnlich dem Verlaufen von Aquarellfarben mit Wasser …

Er würde schon noch lernen, seiner Intuition zu vertrauen, auch wenn sie, wie in diesem Falle geschehen, ihm einmal mehr als Widersacher seines Verstandes erschienen ist …

© Rose Kane, Le, Juni 2017